hierkommtmama - Sekundärer Kaiserschnitt

Anders als geplant

Die Schwangerschaft meiner ersten Tochter lief leider alles andere als geplant und endete in einem nicht geplanten sekundären Kaiserschnitt. Bis zur 20. Woche war alles tutti. Ich hatte keine Übelkeit und auch sonst keine Probleme. Dann fing es langsam damit an, dass meine Nierengegend ab und zu schmerzte. Anfangs dachte ich mir nicht viel dabei, als es dann aber immer schlimmer wurde, erzählte ich meinem Arzt davon. Er stellte beidseits einen Nierenaufstau 2. Grades fest, sagte aber gleich dazu, dass man nicht viel machen konnte. Kurze Zeit später fand ich mich im Krankenhaus wieder, ich war auf der Arbeit zusammengebrochen vor Nierenschmerzen. Die Ärzte legten mir daraufhin DJ-Schienen in die Harnleiter. Dies sollte mir Erleichterung verschaffen, tat es allerdings leider nicht. Das Krankenhaus entließ mich freitags mit höllischen Schmerzen nach Hause.

Ich quälte mich durchs Wochenende, um am Montag von meinem Gynäkologen in ein anderes Krankenhaus eingewiesen zu werden. Dort stellte man fest, dass sich durch die Schienen meine Nieren und meine Blase entzündet hatten. Also wurden die Schienen in einer zweiten OP wieder gezogen und eine adäquate Schmerztherapie begonnen.

Blutungen und Vorwehen

In der 28. Woche bekam ich abends plötzlich Blutungen und bin daraufhin mit meinem Mann ins Krankenhaus gefahren. Ich wurde eine Nacht im Kreisssaal beobachtet und anschließend auf Station aufgenommen. Dort lag ich nun, durfte nicht aufstehen und bekam als Dank fürs Liegen auch noch Vorwehen. Diese wurden medikamentös eingestellt und ich musste weitere zwei Wochen im Krankenhaus verbringen.

Nach diesen zwei Wochen konnte ich nach Hause. Allerdings durfte ich nicht mehr arbeiten und sollte mich schonen. Dies tat ich dann auch. Ich wurde von meinem Gynäkologen auf starke Schmerzmittel eingestellt und sollte so gucken, dass ich noch möglichst weit komme. Meine Nieren wurden engmaschig kontrolliert und so stand ab der 35. Woche eine frühzeitige Einleitung im Raum, da sich der Nierenstau mittlerweile zu einem beidseitigen Grad 4 erweitert hatte. Ich hatte Angst, Angst um mein Kind, aber auch Angst nicht für mein Kind da sein zu können, wenn wir zu lange warten. Denn meine Nierenfunktion stand inzwischen auf Messers Schneide.

Einleitung und schließlich der sekundärer Kaiserschnitt

Bei 34+6 fiel die Entscheidung am nächsten Tag mit einer Einleitung zu beginnen um mir und meinem Kind eine natürliche Geburt zu ermöglichen. Meine Gebärmutter sprach gut auf das Cytotec an und produzierte direkt Wehen. Allerdings waren die Wehen unproduktiv, dass heißt sie öffneten nicht den Muttermund. Dieser war auch nach über 48 Stunden Wehen im Abstand von 1-2 Minuten noch komplett geschlossen. Während dieser Zeit dachte ich noch nicht, dass diese Geburt in einem Kaiserschnitt enden würde. Ich war guter Hoffnung, diese Hoffnung sollte am Mittwochabend allerdings rasch zerstört werden. Ich hatte massive Schmerzen im Nierenbereich, da ich meine Schmerzmittel für die Geburt absetzen musste. Meine Tochter reagiert leider mit immer schlechteren Herztönen, sodass die Ärzte um circa 19 Uhr die Entscheidung trafen, dass meine Tochter per Kaiserschnitt zu Welt kommt.

Kurz darauf fand ich mich in einem kalten OP wieder, mit einer Spinalanästhesie im Rücken und einem genervten OP-Team, da sie alle aus der Bereitschaft gerufen wurden. Eine tolle Atmosphäre um geboren zu werden oder nicht!? Meine Tochter machte sich einen Scherz draus. Der Oberarzt hob sie aus dem Bauch und sie pinkelte ihn direkt an – frech konnte sie also von Anfang an. 😉

Sie war da, sie schrie und leider war sie direkt weg. Denn in dem Krankenhaus, in dem sie zur Welt kam, ist es üblich alle Babys die vor der vollendeten 37. Woche entbunden werden, direkt auf die Neonatologie zu packen. Auch wenn sie sonst keine (!) Kriterien dafür erfüllen. Ich musste an diesem Tag schon kämpfen, sie noch für 10 Minuten im Arm halten zu dürfen. Eine große Leere machte sich breit und ich weinte in dieser Nacht viel. Denn ich vermisste meine Tochter, ich wollte sie einfach bei mir haben.

8 Tage Aufenthalt auf der Neonatologie

Am nächsten Morgen stand ich alleine um 5 Uhr auf, ging duschen und wartete auf die Schwestern, damit sie mich zu meiner Tochter bringen würden. Diese kam um 6 Uhr und waren ziemlich erschrocken, dass ich bereits selbstständig aufgestanden war und brachten mich auf mein eindringliches Bitten endlich zu meiner Tochter.

Sie lag in ihrem Bettchen und schlief. Ich weinte, es war das erste und einzige Mal das ich bei ihr weinte, im Anschluss brach ich immer erst auf dem Flur der Neo zusammen, wenn ich sie zurück lassen musste. Mir tat es weh mein Kind nicht bei mir zu haben. Mein Kind, dass keinerlei Probleme hatte lag zwischen extremen Frühchen, deren Eltern froh waren, das es die Neo gab. Ich hingegen wollte sie am liebsten einfach aus ihrem Bettchen nehmen und abhauen. Nach 8 Tagen durften wir sie endlich mit nach Hause nehmen. Ich war überglücklich. Nun konnten wir endlich in eine gemeinsame Zukunft starten.

 

Im Nachhinein würde ich vieles anders machen. Ich wäre nicht mehr so hörig gegenüber den Ärzten. Damals war ich noch nicht soweit. Aber dieser Kaiserschnitt sollte für mich der Wendepunkt werden. Seit diesem Kaiserschnitt hat sich bei mir einiges verändert, nicht nur meine Einstellung zu Schwangerschaft und Geburt. Nein ich hinterfragen sehr viel mehr als früher und dafür bin ich meiner Tochter sehr dankbar, sie hat mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet.

Liebe Grüße

Eure Lisa

PS: Entschuldigt wenn ein paar Sätze etwas wirr erscheinen. Die Situationen waren es genau so, daher spiegelt es das Ganze so am besten wieder. 😉

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