Familienbett„Warum tut ihr euch das an?“

Das ist so ziemlich die häufigste Frage, die ich gestellt bekomme, wenn ich erzähle, dass wir zu viert im Familienbett schlafen. Was viele nicht verstehen wollen ist, dass ich noch nie (seit ich Mama bin) so ruhige Nächte hatte, wie seitdem unsere Große mit einem Jahr wieder zu uns ins Bett gezogen ist.

Denn am Anfang meines Mama-Daseins hörte ich noch auf die vielen Stimmen in meiner Umgebung, dass ein Kind mit spätestens einem halben Jahr ins eigene Zimmer gehört. So zog die Große mit einem halben Jahr vom Beistellbett ins eigene Zimmer. Da begann der nächtliche Stress. Sie wurde mindestens 3-4 Mal die Nacht wach und ich dümpelte im Halbschlaf rüber, gab ihr die Flasche und legte sie wieder ins Bett. Mal ganz davon ab, dass ich abends einen Ninjatanz aus dem Zimmer machen musste, wenn sie endlich nach über einer Stunde eingeschlafen war. Denn wenn eine Diele knarzte war sie wieder hell wach und das Spiel begann von vorn.

Sogenannte „Schlaflern Programme“, wobei man das Kind sich in den Schlaf schreien lässt kamen für mich noch nie in Frage. Also saß ich teilweise den gesamten Abend im Kinderzimmer, damit sie endlich einschlief.

Vom eigenen Zimmer zurück ins Familienbett

Kurz nach dem ersten Geburtstag unserer Großen stellten wir fest, dass es so nicht weitergehen konnte. Zwar gab es Nächte in denen sie nur 1 oder 2 mal wach wurde, nur begann ich wieder zu arbeiten und brauchte so auch meinen Schlaf. Wir holten sie also immer rüber, wenn sie das erste Mal wach wurde. So stellten wir nach kurzer Zeit fest, dass sie sobald sie bei uns im Bett lag bis morgens durch schlief.

Allerdings stellten wir auch schnell fest, dass die große Madame ein kleiner Propeller ist. So wurden wir nicht selten getreten oder gehauen. Ich mein mit drei Personen auf 1,80 Meter sind halt auch maximal 60 cm pro Person. Uns kam es eher so vor als hätten mein Mann und ich je maximal 30 cm und unsere Tochter mindestens 1,20 Meter. Wir fingen also an zu überlegen.

Die Idee vom selbstgebauten Familienbett

Zunächst schauten wir im Internet und fanden sogar einen Anbieter von Familienbetten. Allerdings war dieser in Bayern, also eher nicht zu erreichen. Wir fragten auch bei der örtlichen Tischlerei an. Beim Kostenvoranschlag sind wir dann leider beide nach hinten übergekippt. Wir merkten also schnell, dass wir wohl selbst aktiv werden müssen. Die erste Idee ein Familienbett aus Paletten zu bauen verwarfen wir recht schnell, da wir leider nicht den Platz dazu in unserem Schlafzimmer hatten. Es sollten drei 90er Matratzen reinpassen, sodass wir 2,70 Meter Liegefläche haben. Viel breiter als diese 2,70 Meter durfte aber auch das gesamte Bett nicht werden. Mein Mann zeichnete also einen Bauplan für unser Bett. Es war in der Zwischenzeit fast ein halbes Jahr vergangen, aber langsam nah es Formen an.

Unser Schlafparadies

Mein Mann ließ sich schließlich sämtliche Platten, Füße und Latten im Baumarkt zusägen, lackierte sie mit Babyspielzeuglack und baute uns schließlich in Kleinarbeit und mit viel Herzblut unser jetziges Familienbett. Mittlerweile ist, wie ihr alle wisst, ein viertes Familienmitglied eingezogen und wir haben es keinen Tag bereut. Und ja wir glauben, dass unsere Kinder nicht mit 15 ihren Freund mit zu uns ins Bett bringen und wenn doch finden wir auch für ihn noch ein Plätzchen 😉

Was ich euch mit diesem Artikel sagen will ist, macht für eure Familie was zu eurer Familie passt. Ihr schlaft alle getrennt und seid alle super erholt? Super dann weiter so. Ihr schlaft wie wir alle zusammen und genießt die Kuschelzeit? Auch das ist genauso richtig! Denn jede Familie ist anders und das sollte jeder akzeptieren.

Bis dahin und liebe Grüße

Eure Lisa

5 Kommentare

  1. Ui, ich hätte auch gern so ein riesen Bett! Leider bsut mein Mann es nur im Geiste und ich kann sowas nicht. So liegt Töchterchen mal zwischen uns auf 1m80 und mal im eigenen Bett bei uns im Schlafzimmer. Oft zieht sie Nachts zu uns um. Sie ist jetzt ein Jahr alt und für uns alle ist das ok so. Der Mini Hund liegt auch gern mit im Familien Körbchen. Der zieht aber öfter mal ins Kinderbett um, wenn es ihm zu eng wird bei uns. Bunt gemischt also. Wenn mal ein Erwachsener durchschlafen möchte, dann liegt im Kinderzimmer eine Matratze bereit. Alles kann, nix muss. Hauptsache alle sind happy.

    1. Danke für deine Antwort. Ich finde es toll, wenn es so wie bei euch einfach jeder selbst entscheiden kann. 🙂 Denn das Wichtigste ist wie du sagst, dass alle glücklich sind.

  2. Hallo Lisa,
    Wir haben auch ein Familienbett mit Hanno und vor 5 Wochen ist auch bei uns das 4 Familienmitglied eingezogen. Dem großen ist es jeden Tag selber überlassen, ob Er in seinem Bett oder doch lieber bei uns schläft.
    Ein Familienbett ist etwas ganz wunderbares und wertvolles.
    LG Sabrina

    1. Danke Sabrina für deinen Kommentar. Erstmal noch herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs 😊Ich finde es auch immer noch toll. Und freue mich das ihr für euch auch diesen Weg gefunden habt.
      Liebe Grüße
      Lisa

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